Historische Parallelen zu Pratteln

Hexen wurden auch in der Schweiz bis in die frühe Neuzeit hinein verfolgt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Auf den Spuren dieses düsteren Geschichtskapitels finden sich auch Ereignisse in der Nordwestschweiz mit frappanten Parallelen zur Geschichte des Musicals „Zaad van Satan“.

Das Bild der Hexe gefestigt hatte der Basler Mönch Jakob Sprenger (1435-1495). Zusammen mit Heinrich Kramer verfasste er den «Hexenhammer», ein mächtiges Instrument, mit dem die Verfolgung der als Hexen verschrieenen Frauen legitimiert wurde. Demnach war eine Hexe eine der Ketzerei und Zauberei angeklagte Frau, die dem christlichen Glauben abgeschworen und sich mit dem Teufel verbündet hatte. Die Sprösslinge aus dieser Beziehung waren gierige Missgestalten - so die Phantasie der angeblichen Hexen-Kenner.
In Wahrheit waren Hexen Frauen, die als Sündenböcke ihren Kopf für allerlei unerklärliche Schicksalsschläge hinhalten mussten: wenn die Saat nicht aufging, jemand unerklärlich erkrankte oder Tiere nicht werfen konnten. Wetter-, Liebes- oder Fruchtbarkeitszauber wurde den Aussenseiterinnen angedichtet. Am meisten gefürchtet waren ihr Krankheits- und ihr Impotenz-Zauber.

Zur Hexe gestempelt wurde etwa die Basler Bürgersfrau Gret Frölicherin. Ausgangspunkt der Anschuldigungen war ihr Streit mit der Schwiegertochter. Als diese krank wurde, fiel der Verdacht schnell auf Gret Frölicherin. In Pratteln wurde sie 1458 - nach "Geständnissen" unter Folter - zum Tode verurteilt und auf der "Hexmatt" hingerichtet. Ihr “Vergehen” war, dass sie die letzten Jahre getrennt von ihrem Mann gelebt und damit gegen die herrschenden Normen verstossen hatte. Ausserdem übte sie als Hebamme einen Beruf aus, dem viel Misstrauen entgegengebracht wurde, und war als Frau politisch aktiv. Sie war ein idealer Blitzableiter für die Prattler Obrigkeit, die auf diese Weise innerdörfliche Unruhen kanalisierte und besänftigte.


Bild: Titelseite "malleus maleficarum" (Hexenhammer)